Berliner Meister Triplette 2020

Die Berliner Meister 2020: Boris Tsuroupa, Bruno Gibard, Laurent Brizard

36 Teams kamen zur Berliner Meisterschaft Triplette am 22. August 2020, davon waren wenige überregional bekannte und erfolgreiche SpielerInnen und Teams am Start. Zwei von ihnen spielten am Ende das diesjährige Finale untereinander aus.

Früh schied bereits das Team um den Berliner Zeki Engin (Allstars Rhein-Neckar Schwetzingen e.V.) aus. Der amtierende Deutsche Vizemeister Doublette trat die Quadrage zum B-Turnier gar nicht erst an.

Der seit diesem Jahr unter Berliner Lizenz spielende zweifache Deutsche Meister Till-Vincent Goetzke schied ebenfalls mit seinem Team Andrea Schirmer und Wolfgang Kahl (alle boule devant berlin) verhältnismäßig früh aus. Schon im Poule gabs eine eindeutige Niederlage zu fünf gegen das Team Felix Kolbe (Pétanquistan), Holger Patzelt (lincke bouler) und Manuel Möller (tve lünern), und in der Barrage einen denkbar knappen Sieg zu elf gegen die späteren B-Finalisten Michael Kitsche, Philippe Bourgeois (beide boule devant berlin) und David Berndt (1. BC-Kreuzberg). Gestoppt wurde Team Goetzke eine Spielrunde später im Achtelfinale von seinen Vereinskollegen Joel Delory, Erhard Bahr und Klaus Uber (Bouledozer) zu sieben.

Eine Runde später im Viertelfinale endete das Turnier für das Team um den Berliner Abdoulaye Idrissou (Lübecker BC), der als einer der wenigen Bundesligaspieler wegen des diesjährigen Ausfalls noch auf seinen ersten Einsatz in der Bundesliga wartet, und vor einigen Wochen noch in Fehmarn als Doppelsieger vom Platz ging. Ein unerwarteter Ausstieg Idrissous aus dem Spiel beim Stand von 4:3 bescherte Team Delory den Einzug ins Halbfinale. Die verbliebenen Teamkollegen Idrissous, Nils Heuser und Thomas Krupke (beide Bouledozer) erzielten immerhin noch zwei Punkte. Danach endete die Partie 4:13. Ob die Schiedsrichterentscheidung, Idrissou ohne Konsequenzen aus dem Turnier aussteigen zu lassen die richtige war, bleibt zweifelhaft.

Die Vorjahresmeister Boris Tsuroupa und Laurent Brizard, verstärkt dieses Jahr mit Bruno Gibard (alle Zehlendorf 88) beendeten den Siegeszug des Teams Delory im Halbfinale. Trotz einiger Möglichkeiten im Mittelspiel –einmal wurde die Chance auf fünf Punkte in einer Aufnahme vergeben – musste sich das Team um Delory 8:13 geschlagen geben.

Mit dem Einzug des zweiten Finalteams um Luzia Beil, Lars Schirmer (beide boule devant berlin) und Sebastian Junique (Zehlendorf 88) standen sich nicht nur zwei Teams überregional erfolgreicher SpielerInnen gegenüber. Erwartbar war auch ein spannendes Generationenduell von Veteranen gegen Senioren/Espoirs. Zu groß schien jedoch der Respekt der jüngeren Mannschaft gegenüber den Veteranen zu sein. Zu respektvoll schien auch der Schiedsrichter im Umgang mit den älteren Herren zu sein. Erst nach langem Zögern wurden Verstöße gegen Artikel 6 des Reglements wegen allzufreier Interpretation mit „Gelb“ geahndet. Das Finale endete 13:8 und die Berliner Meister 2020 heißen: Boris Tsuroupa, Laurent Brizard und Bruno Gibard!

 

 Formation:  Triplette choisi
 Modus:  Poule A/B k.o.
 Spielrunden:  Acht
 Teilnehmerzahl:  36 Teams (2019: 25 Teams)
 Sieger:  Boris Tsuroupa, Bruno Gibard, Laurent Brizard (alle Zehlendorf 88)
 Finalisten:  Luzia Beil, Lars Schirmer (beide boule devant berlin), Sebastian Junique (Zehlendorf 88)
 Halbfinalisten:  Joel Delory, Erhard Bahr (beide boule devant berlin), Klaus Uber (Bouledozer) und 
 Urte Bell, Ali Aliosman, Gerd Luenen (alle boule devant berlin)
 Vorjahressieger:  Boris Tsuroupa, Jean-François Mores, Laurent Brizard (alle Zehlendorf 88)
 Jury:  N.N.
 Schiedsrichter:  Heike Hass, Peter Hass, Maik Kerner

Maik Kerner

 

Und hier noch ein Kommentar zum Spieltag von Maik Kerner

Die von Pfingsten auf das vergangene Wochenende pandemiebedingt verschobene Berliner Meisterschaft Triplette als eine der wenigen Lizenzveranstaltungen in der Republik erfuhr mit 36 teilnehmenden Teams einen nicht unerheblichen Zuwachs. Das ist für Berliner Verhältnisse nicht schlecht, zumal lediglich sieben auswärtige LizenzspielerInnen das Turnier bereicherten.

Weil dogmatisch am Turnierformat festgehalten wird – die „beste Turnierform im Pétanque“ ist und bleibt das Poulesystem mit anschließendem knock out, bestand diese Landesmeisterschaft aus insgesamt acht aufeinanderfolgenden Spielrunden. Und obwohl am Ende keins der 36 Teams auf diese acht Spiele kam, endete das Turnier bei fast pünktlichem Start gegen 21:30. Dass es sieben Teams traf, die nach zwei Vorrundenspielen erst gegen 16Uhr ihr erstes k.o.-Spiel antreten konnten und mit ihrer Niederlage letztlich ausschieden, ist nachweislich nicht auf „zähe“ Spiele zurückzuführen, sondern dem Turnierverlauf geschuldet. Lange Wartezeiten zwischen Vor- und Hauptrunde werden vom Veranstalter wenn nicht so gewollt, so doch mindestens billigend in Kauf genommen. Mit einer möglichen Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Spielmodus für Landesmeisterschaften und deren mögliche Änderung ist aber frühestens nach Pflaumenpfingsten zu rechnen.

Überhaupt ist das „Laissez-faire“ des Berliner Verbandes wenigstens bemerkenswert. Warum sollte, was in Travemünde so wunderbar klappte nicht auch in Berlin funktionieren? Und dank einer „guten Seele“* brauchte es auch für die Berliner Landesmeisterschaft weder Turnierleitung noch Jury.

* Zitiert nach: petanque-aktuell.de